Bahnverkehr: Zweigleisiger Ausbau priorisieren

Christdemokraten in der Verbandsgemeinde fordern, den zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke nach Mainz priorisieren.

 

VG NIEDER-OLM. Die CDU fordert, den zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke Mainz-Kirchheimbolanden zu priorisieren. Hintergrund sind Presseberichte zum Neubau eines Haltepunktes Nieder-Olm Nord, der 1,53 Millionen Euro kosten soll. Das Land plant den Baubeginn ohnehin erst für 2028, wie das Verkehrsministerium auf Anfrage des Wahlkreisabgeordneten Thomas Barth (CDU) mitteilte.


„Ein zusätzlicher Bahnhaltepunkt alleine, wie in Nieder-Olm angedacht, kann die grundsätzlichen Kapazitäts- und Fahrplanprobleme einer eingleisigen Bahnstrecke ohnehin nicht lösen“, erläutert der Vorsitzende CDU in der Verbandsgemeinde, Martin Senne. Der Nieder-Olmer CDU-Stadtratsfraktionsvorsitzende Michael Meyer hinterfragt zudem die Standortauswahl. Das Land sieht die neue ‚Verkehrsstation‘ nahe der Kreuzung L413 / Weinbergring vor. „Dort bedeutet ein neuer Bahnhof für die meisten Wohngebiete längere Wege, als zum bestehenden Bahnhof. Zudem soll er die Stadt knapp 230.000 EUR kosten und belastet den innerörtlichen PKW-Verkehr in Nieder-Olm.“ Die vorgeschlagene Park-&-Ride-Anlage für den Autoverkehr sei zudem nach Meyer weder zeitgemäß noch zweckmäßig. „Wäre angesichts dessen das Geld nicht besser angelegt, wenn man dies in den Ausbau des bestehenden Bahnhofs inklusive eines zweiten Gleises investieren würde?“, fragt der Unionspolitiker.


Bereits 2015 hatte die CDU eine Resolution zum Ausbau der Bahnstrecke in den VG-Rat eingebracht, die dort fraktionsübergreifend unterstützt wurde. Im Sommer 2019 unterstützte dieses Ansinnen auch ein gemeinsames Anschreiben aller Landräte bzw. des Mainzer Oberbürgermeisters entlang der Bahnstrecke von Mainz bis Kirchheimbolanden. Wissing hatte daraufhin Unterstützung signalisiert, doch dabei blieb es bisher“, stellt Thomas Barth fest. Wissings Antworten auf Barths Frage bezüglich des Ausbaus der Bahnlinie bleiben unkonkret und unverbindlich. „Es ist ein Beispiel, dass die Verkehrspolitik des Landes oft nur aus wagen Ankündigungen besteht. Dabei wächst die Einwohnerzahl rund um Mainz stetig. Es droht ein Verkehrskollaps, wenn die Landesregierung hier nicht schneller handelt und konkret die drängenden Probleme angeht“, so der Abgeordnete für den Wahlkreis Ingelheim.


Ein durch die CDU seit fast einem Jahrzehnt gefordertes Verkehrskonzept auf Verbandsgemeinde-Ebene ist seitens der Verwaltungsspitze auf die lange Bank geschoben worden, ergänzt CDU-Fraktionsvorsitzender Stefan Kneib fest. „Auch das Engagement der VG-Verwaltungsspitze gegenüber dem Land, sich für den Ausbau der Bahnstecke einzusetzen, lässt stark zu wünschen übrig. Hier braucht es, auch öffentlich, mehr Druck gegenüber dem Land“.


„Der Bahnhofsneubau ist letztlich eine Entscheidung der Stadt Nieder-Olm. Ich hielte es aber für angebracht, vorab erst einmal sorgfältig zu prüfen, welche Option für Nieder-Olm überhaupt die richtige ist. Dies beinhaltet neben einer genauen Analyse der Verkehrsströme und Bedarfe auch die Einbindung in ein ganzheitliches Verkehrskonzept, was das 2022 in Kraft tretende ÖPNV-Konzept im Landkreis mit berücksichtigt“, betont Thomas Barth abschließend.